Modul 1, Lektion 1
In Progress

BUSINESS+ | Die Veränderung der Arbeitswelt

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New Work – Die paradiesische Arbeitswelt?

In den letzten Jahren hört man ihn immer häufiger: Den Begriff „New Work“. Er beschreibt die Bestrebungen, den modernen Ansprüchen an die Arbeitswelt gerecht zu werden. Dabei hat diese „Neue Arbeit“ nichts mehr mit dem zu tun, was der Begründer dieses Gedankens im Sinn hatte.

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Seinen Ursprung findet man bei dem Philosophen Frithjof Bergmann, dessen Forschung im Jahr 1976 begann. Sie begründet sich auf seiner persönlichen Auseinandersetzung mit dem kapitalistischen und dem sozialistischen System und der Idee, ein geeignetes Gegenmodell zu entwickeln. Dabei befasst er sich auch heute noch mit ökonomischen, politischen und auch kulturellen Themen und berät Regierungen, Firmen, Gewerkschaften, sowie auch Privatpersonen in Fragen der Zukunft der Arbeit.

Die persönliche Freiheit, sein eigenes Handeln, selbst zu bestimmen, nimmt in dem Modell Bergmanns eine besondere Rolle ein. In den Mittelpunkt stellt er den Drang des Menschen, sinnvolle Arbeit zu verrichten, und sich mit Aufgaben zu beschäftigen, für die man sich berufen fühlt. So sieht er in der Digitalisierung und Technologisierung die Möglichkeit, den Menschen zu mehr Zeit zu verhelfen, damit sie das machen können, was sie „wirklich, wirklich tun wollen“. Im Zentrum seiner neuen Welt steht nicht die Lohnarbeit, sondern eine Work-Life-Balance, bei der die Erwerbstätigkeit durch Automation in den Hintergrund gerät und die kapitalistische Wirtschaft zurückgedrängt wird.

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Wenn heute von „New Work“ die Rede ist, spricht man von der 4-Tage-Woche, von Coworking-Spaces, Home-Office-Vereinbarungen und Kreativität am Arbeitsplatz. Entfernt von der Lohnarbeit hat man sich nicht, doch es wird eine bessere Situation am Arbeitsplatz angestrebt. Diese Veränderungen entstehen auch deshalb, weil qualifizierte Arbeitskräfte händeringend gesucht werden und man ihnen die Arbeitsstelle schmackhaft machen möchte. Die Mitarbeiter sollen sich schlichtweg gerne im Büro aufhalten und sich den Aufgaben motiviert zuwenden. Dabei hilft eine fokussierte und kürzere Arbeitszeit, organisierte Kinderbetreuung und auch eine Tischtennisplatte im Pausenraum.

Anstatt auf feste Hierarchien Wert zu legen, wird die gemeinsame Projektarbeit und die Dynamik des Teams immer wichtiger. Einzelne Ideen werden gestärkt und in die Überlegungen aufgenommen. Die heutigen Teamleiter unterscheiden sich sehr von der klassischen Führungsperson, denn sie finden sich mehr und mehr in der Rolle des Moderators einer heterogenen Gruppe wieder.

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Ganz so hervorragend, wie diese neuen Modelle klingen, sind sie aber dann doch nicht. So bergen die vermeintlichen Vorteile für Arbeitnehmer auch Nachteile, die einem erst bei genauem Hinsehen bewusst werden. Die örtlich unabhängige Arbeit und das Büro im heimischen Arbeitszimmer zum Beispiel ersparen dem Arbeitgeber Strom- und Raumkosten und dem Arbeitnehmer Fahrzeiten, doch sorgt die dauernde Nähe zum Smartphone und Laptop zu einem Ungleichgewicht in der Work-Life-Balance des Mitarbeiters. Der moderne Mensch nimmt seine Arbeit nicht mehr mit nach Hause – sie ist schon da. Er nimmt sie stets mit sich mit in den Feierabend, in den Urlaub und abends ins Bett.

Und dann gibt es da noch die innerbetriebliche Vernetzung durch den Aufbau von eigenen sozialen Netzwerken für das Projektmanagement, in denen sich alle Mitarbeiter einfach und unkompliziert austauschen können. Das sorgt auf der einen Seite für eine effektive Koordination der Teammitglieder, doch auch für eine gläserne Transparenz, in der die Geschäftsleitung alles mitlesen und kontrollieren kann.

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So gilt der neue „New Work“-Begriff eher als Kompromiss des Kapitalismus, bei dem der Versuch gewagt wird, höhere Ansprüche an die Produktivität mit dem Wunsch nach persönlicher Flexibilität zu kombinieren. Dabei verschmelzen Arbeit und Leben immer mehr miteinander, sodass die Bezeichnung „Work-Life-Blending“, also der Vermischung, heute von vielen Unternehmen als passender gesehen wird, als die Balance, die ursprünglich durch Frithjof Bergmann angestrebt wurde.

Ist die neueneue Arbeit“ jetzt aber deshalb ein Wolf im Schafspelz? Da gehen die Meinungen auseinander, denn auch wenn durch die Veränderung Nachteile entstehen, werden neuzeitliche Probleme gelöst und Wege geebnet, die viele Annehmlichkeiten in unserer heutigen kapitalistisch geprägten Welt der Lohnarbeit bieten.

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